Von den Vereinigten Stadtwerken werden wir seit Sommer 2025 versorgt mit:
- Internet
- Fernsehen (Kabel oder IPTV)
- Telefon
Der Anfang von der Ankündigung bis zur Realisierung war seeeehr langwierig. Den Ablauf habe ich in der Kategorie Glasfaser ausführlich dokumentiert. Unser anfänglicher Ansprechpartner war Media-Sachsenwald, ein Gemeinschaftsunternehmen von unserem E-Werk und den Vereinigten Stadtwerken. Seit wir direkt mit den Vereinigten Stadtwerken zu tun haben, geht alles viel zügiger.
Was mir schon sehr positiv aufgefallen ist, ist der Service. Oftmals bekomme ich schon innerhalb von Stunden eine Antwort auf eine Anfrage. Ich hoffe, dass das so bleibt.
Negativ aufgefallen ist mir die generelle Informationslage. Eigentlich haben wir „die Katze im Sack“ bestellt. Viele Details zur Bestellung sind erst durch Nachfragen beim Service klar geworden. Auf dieser Seite will ich daher einmal zusammenstellen, wonach man fragen kann.
Vorab etwas zu meinem Vorgehen. Ich habe mir die vergünstigt angebotene Fritz!Box bestellt, die wurde bei dem Einbau vom Kundenendgerät gleich mitgeliefert. Ich lasse die Box vom Anbieter auch konfigurieren. Für die Telefonanbindung gibt es eine Kündigungsfrist von 1 Monat beim bisherigen Anbieter. Ich habe mir aber Internet und Fernsehen schon vorab aktivieren lassen. So kann ich parallel zur alten Box die neue Box in Ruhe konfigurieren, da in meinem Netz eine Reihe von Geräten aktiv ist, deren IP-Adresse sich möglichst nicht verändern sollte.
Internet
Ich habe mir die 300er Bandbreite bestellt. Alle bisherigen Tests, z. B. über https://www.wieistmeineip.de liefern auch die bestellte Übertragungsrate in beiden Richtungen.
Ein Problem hatte ich anfangs mit der IP-Adresse. Ich weiß, dass eine feste IP nur für Geschäftskunden verfügbar ist und das zu einem sehr hohen Preis. Ich brauche aber keine feste IP, sondern nur eine öffentliche IP, die der Fritz!Box auch bekannt sein muss. Mir geht es darum, per WireGuard auch von unterwegs auf Geräte im lokalen Netz zugreifen zu können. Genau das geht mit dem WireGuard-Dienst auf der Fritz!Box ganz einfach, aber nur mit einer öffentlichen IP-Adresse. Anfangs war ich mit einer IP-Adresse aus dem Bereich 170.133.xxx.xxx im Netz unterwegs und die Fritz!Box bekam eine Adresse aus dem privaten Bereich 100.67.xxx.yyy. So funktioniert das mit dem WireGuard leider nicht.
Eine einfache Anfrage beim Support hat das Problem innerhalb einer halben Stunde gelöst. Nun kann ich den Dienst nutzen.
Ende August hatte ich ein erstes kleines Problem mit dem Internet-Zugang. Der Mailversand scheiterte mit der Meldung, dass mein Mailserver nicht erreichbar sei. Ich konnte recht schnell klären, dass es sich um ein DNS-Problem handelt. Der Mailserver von den Stadtwerken hat einige Domains nicht aufgelöst, auch meine. Interessanterweise hatte die Fritz!Box das Problem auch erkannt und auf den öffentlichen DNS-Server 8.8.4.4 umgestellt. Der Fehler trat an dem Tag zweimal auf und in den Logdateien der Box konnte ich sehen, dass es das Problem drei Tage davor schon einmal gegeben hatte.
Die größere Enttäuschung ist eigentlich, dass ich auf meine Störungsmeldung hin keinerlei Antwort erhalten habe.
In der Zwischenzeit habe ich 7 weitere DNS-Störungen in den Logs meiner Fritz!Box. Eine Schwachstelle ist auf alle Fälle, dass nur ein DNS-Server an die Box gemeldet wird, bzw. zweimal die gleiche IP. Daher habe ich jetzt auf die öffentlichen DNS-Server von Quad9 umgestellt. Jetzt kann ich die schnelle Verbindung auch zuverlässig nutzen.
TV
Als uns im Jahr 2023 das gesamte Projekt vorgestellt wurde, ging es auch um das Fernseh-Angebot. Das klassische Kabel-TV, für das ein extra Anschluss am CPE vorhanden ist und eine eigene Glasfaser, schien mir doch etwas antiquiert. Von der Ansprechpartnerin wurde dann vage formuliert, es würde an einer flexibleren Lösung gearbeitet.
Als sich nun die Realisierung des Anschlusses abzeichnete, habe ich auf den Seiten von VS gesehen, dass es inzwischen auch ein IPTV Angebot gibt. Durch eine Anfrage beim Support habe ich dann erfahren, dass ich auf dieses Angebot umsteigen kann. Dazu musste ich dann nur einen Auftragswechsel beantragen, von MediaSachsenwald zu VereinigteStadtwerke. Das ist dann knapp 3 € teurer geworden, da die kostenlose Ergänzung vom E-Werk wegfällt.
Zusätzlich habe ich mir dann auch die Set-Top-Box für 139,00 € bestellt, damit der bisherige Fernseher IPTV-tauglich wird. Ich kann jetzt auf folgenden Geräten das Fernsehangebot nutzen:
- Fernseher über die Set-Top-Box
- Android-Tablet und Smartphone über die Stadtwerke-App
- an beliebigen Browsern über die URL https://tv.vsm.sh/
natürlich immer nur, wenn sich das jeweilige Gerät im Netz von den Stadtwerken befindet.
Die Set-Top-Box ist übrigens von den Stadtwerken gebrandet und vorkonfiguriert. Die Installation verlief problemlos.
Nach meinen bisherigen Erfahrungen funktioniert das IPTV-Angebot hervorragend. Die Oberfläche ist identisch über alle Zugangsarten. Es gibt bisher nur zwei Aspekte, die mich stören:
- der dunkle Hintergrund in der Bedienoberfläche
- die Jugendschutz-PIN, die für mich nicht nachvollziehbar abgefragt wird und sich wohl nicht deaktivieren lässt
Nach einem halben Jahr Erfahrung mit diesem Dienst kann ich sagen, dass ich ihn nicht wieder buchen würde. Wir haben immer mal wieder für eine längere Zeit komische senkrechte Artefakte im Bild und der Ton ist dann auch gestört. Das liegt wohl nicht am Endgerät, sondern am Sender.
Was wirklich nervt, ist der Jugendschutz-Filter, der meist vollkommen unmotiviert einsetzt. Ich kann nicht sagen, was ihn triggert, zumindest sicher nicht der Inhalt der gewählten Sendung. Für die vielen Problemchen ist der Preis mit 12,90 € im Monat auch recht hoch.
Inzwischen habe ich festgestellt, dass das TV-Angebot letztendlich von https://zattoo.com/de kommt. Die stellen das als TV-as-a-Service-Plattform für Kunden wie die Vereinigten Stadtwerke an: https://www.cablevision-europe.de/. Sehr positiv ist, dass bei den Stadtwerken 5 parallele Streams erlaubt sind.
Telefon
Auch die Telefonumstellung ist jetzt erfolgt. Zum Glück ohne irgendwelche Probleme. Am Morgen des Tages der Umstellung habe ich von meiner alten Box die Mitteilung bekommen, dass sie nicht verbunden ist. O2 hatte also DSL planmäßig abgeschaltet. Als ich etwas später dann auf die neue Box geschaut habe, da waren alle meine Rufnummern eingetragen und funktionierten.
Leider ist der Telefontarif nicht vollkommen flat. Gespräche zu Mobilfunknummern sind nur bis zu 60 Minuten im Monat inklusive.
Ergebnis
Nach der Telefonumstellung konnte ich endgültig mein Netz umbauen, alle Dienstleistungen auf die 7690 und die alte 7490 ist jetzt Mesh-Repeater. Eine feine Sache, das Zusammenspiel der beiden Geräte.